Magnesiumpräparate können Durchfall verursachen, weil Magnesium die Art und Weise beeinflusst, wie sich Wasser im Darm bewegt und wie die Darmmuskeln arbeiten. Wenn Sie zu viel Magnesium auf einmal einnehmen oder wenn Ihr Körper Magnesium schlecht absorbiert, bleibt das Magnesium im Darm und zieht Wasser in den Darm. Dieser Effekt macht den Stuhl weicher und beschleunigt den Stuhlgang, was zu Durchfall führt.
Diese Wirkung des Magnesiums ist häufig, vorhersehbar und dosisabhängig.

Wie Magnesium in unseren Därmen wirkt
Magnesium zieht Wasser in den Darm
Magnesium ist ein osmotisch aktives Mineral. Diese Eigenschaft bedeutet, dass Magnesium Wasser anzieht.
Wenn Sie ein Magnesiumpräparat schlucken, gelangt ein Teil des Magnesiums durch die Darmwand in Ihren Blutkreislauf. Ein anderer Teil des Magnesiums verbleibt im Darmraum. Dieses verbleibende Magnesium zieht Wasser in den Darm.
Diese Wasserbewegung verursacht:
- Weicherer Stuhl
- Größeres Stuhlvolumen
- Schnellere Bewegung des Stuhls durch den Dickdarm
Dieser wassersaugende Effekt ist der Hauptgrund, warum Magnesiumpräparate Durchfall verursachen.
Magnesium erhöht die Aktivität der Darmmuskulatur
Magnesium beeinflusst auch die Funktion der glatten Muskulatur in unserem Verdauungstrakt.
Magnesium stimuliert die Kontraktionen der Darmmuskulatur. Durch diese stärkeren Kontraktionen wird der Stuhlgang schneller vorwärts getrieben. Wenn sich der Stuhl zu schnell bewegt, hat der Dickdarm nicht genug Zeit, um Wasser zurück in den Körper zu absorbieren.
Diese schnellere Bewegung führt zu:
- Losen Stuhlgang
- Häufiger Stuhlgang
- Plötzlicher Stuhldrang
Diese Stimulation des Darms führt oft in Kombination mit dem wassersaugenden Effekt zu Durchfall.
Einige Magnesiumformen verursachen mehr Durchfall als andere Formen
Schlecht resorbiertes Magnesium bleibt im Darm
Verschiedene Magnesiumsalze werden im menschlichen Körper unterschiedlich aufgenommen.
Magnesiumformen, die schlecht absorbiert werden, lassen mehr Magnesium im Darm zurück. Diese nicht absorbierte Magnesiummenge zieht mehr Wasser an und führt zu einer stärkeren abführenden Wirkung.
Zu den Magnesiumformen, die gewöhnlich Durchfall verursachen, gehören:
- Magnesiumoxid
- Magnesiumzitrat
- Magnesiumsulfat
Diese Magnesiumformen sind häufig in Abführmitteln enthalten, da sie den Stuhlgang wirksam auslösen.
Besser absorbiertes Magnesium verursacht weniger Symptome
Magnesiumformen, die besser absorbiert werden, lassen weniger Magnesium im Darm zurück.
Bei diesen Magnesiumformen ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie Durchfall verursachen, geringer:
- Magnesium-Glycinat
- Magnesiummalat
- Magnesiumtaurat
Durch diese verbesserte Absorption wird die wasserziehende Wirkung im Darm verringert.
Dosisgröße beeinflusst stark das Durchfallrisiko
Größere Dosen erhöhen die Wasseransammlung
Die Menge des eingenommenen Magnesiums spielt eine große Rolle.
Wenn Sie eine hohe Magnesiumdosis einnehmen, kann Ihr Darm nicht das gesamte Magnesium aufnehmen. Das überschüssige Magnesium bleibt im Darm und zieht Wasser an.
Dieser Dosiseffekt erklärt, warum:
- Kleine Dosen können keine Symptome verursachen
- Moderate Dosen erweichen oft den Stuhlgang
- Hohe Dosen verursachen oft wässrigen Durchfall
Einzelne große Dosen sind schlimmer als geteilte Dosen
Die gleichzeitige Einnahme einer hohen Magnesiumdosis überfordert die Aufnahme im Darm.
Die Aufteilung der gleichen täglichen Magnesiummenge in kleinere Dosen ermöglicht die Aufnahme von mehr Magnesium und verringert die abführende Wirkung. Diese Maßnahme senkt das Risiko von Durchfallerkrankungen.
Individuelle Faktoren, die das Durchfallrisiko erhöhen
Empfindliches Verdauungssystem
Manche Menschen haben einen Darm, der stark auf Veränderungen im Wasserhaushalt oder in der Muskelaktivität reagiert.
Wenn Sie an einer der folgenden Krankheiten leiden, können Magnesiumpräparate leichter Durchfall auslösen:
- Reizdarmsyndrom (Irritable Bowel Syndrome)
- Chronische Diarrhöe
- Entzündliche Darmerkrankungen
Verminderte Aufnahmefähigkeit
Bestimmte Bedingungen verringern die Magnesiumabsorption, darunter:
- Entzündung des Darms
- Verkürzte Länge des Darms
- Bestimmte Defizite an Verdauungsenzymen
Wenn die Absorption abnimmt, verbleibt mehr Magnesium im Darm, was das Durchfallrisiko erhöht.
Magnesium wird manchmal als Abführmittel verwendet
Ärzte verwenden Magnesiumsalze absichtlich zur Behandlung von Verstopfung oder zur Vorbereitung des Darms vor medizinischen Eingriffen.
Diese medizinische Verwendung beruht auf:
- Die wasseranziehende Wirkung des Magnesiums
- Die darmmuskelanregende Wirkung des Magnesiums
Diese klinische Anwendung zeigt deutlich, warum Durchfall eine bekannte und erwartete Wirkung von Magnesium ist, wenn die Dosis hoch genug ist.
Wie Sie Durchfall durch Magnesiumpräparate reduzieren können
Sie können das Risiko von Durchfall verringern, indem Sie:
- Wählen Sie besser absorbierte Magnesiumformen
- Einnahme kleinerer, aufgeteilter Dosen von Magnesium
- Einnahme von Magnesium mit der Nahrung
- Vermeiden von hochdosierten Magnesiumprodukten, sofern sie nicht verschrieben werden
Wenn der Durchfall anhält, müssen Sie das Präparat absetzen und einen Arzt aufsuchen.













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