L-Arginin-Ergänzungen behaupten, positive Auswirkungen auf den Blutdruck zu haben
Nahrungsergänzungsmittel, Kräutermedizin und Naturheilmittel werden zunehmend an Menschen mit Bluthochdruck vermarktet. Beispielsweise, L-Arginin ist ein Nahrungsergänzungsmittel, das bei vielen Einzelhändlern und Online-Shops erhältlich ist und angeblich eine positive Wirkung auf den Blutdruck hat.
Dieser Artikel erklärt, was L-Arginin ist und ob die Evidenz seine Verwendung zur Behandlung von Bluthochdruck unterstützt.
Was ist L-Arginin?
L-Arginin (auch einfach als Arginin bekannt) ist eine Aminosäure, die der Körper verwendet, um das chemische Stickstoffmonoxid herzustellen. Diese Chemikalie ist ein starker Vasodilatator, was bedeutet, dass sie die Blutgefäße öffnet.
Stickstoffmonoxid spielt eine bedeutende Rolle für die Gesundheit der Blutgefäße.
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Mehr Stickstoffmonoxid bewirkt, dass sich die Blutgefäße entspannen und erweitern. Dieser Vorgang senkt den Blutdruck.
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Zu wenig Stickoxid kann zu Verspannungen der Blutgefäße führen. Dieser Mangel kann zu Problemen wie Bluthochdruck, erektiler Dysfunktion und Nierenfilterproblemen führen.
Studien zu Stickstoffmonoxid haben festgestellt, wie es verschiedene Prozesse im Körper beeinflusst, die auf Arginin angewiesen sind. Insbesondere kann ein Mangel an Arginin zu einer Abnahme des im Körper verfügbaren Stickoxids führen.
Arginin ist eine ungiftige Substanz, die der Körper leicht ausscheiden kann. Daher scheint die Supplementierung mit Arginin ein einfacher Weg zu sein, um Probleme im Zusammenhang mit niedrigen Stickoxidwerten zu vermeiden.
Beweise bei Tieren
Frühe Studien an Tieren zeigten, dass eine Arginin-Supplementierung zu messbaren Blutdrucksenkungen führt. Daher führen Befürworter diese Studien manchmal als „Beweis“ dafür an, dass Arginin-Ergänzungen eine gute, „natürliche“ Behandlung von Bluthochdruck sind.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Studien an Ratten und in Umgebungen durchgeführt wurden, in denen die Forscher ihre Ernährung streng kontrollierten. Daher können diese Ergebnisse nicht unbedingt auf den Menschen übertragen werden.
Die Erforschung der Wirkung von Arginin war nicht darauf ausgelegt, seinen Einfluss auf den Blutdruck zu testen. Stattdessen untersuchten die Forscher die Funktion bestimmter chemischer und zellulärer Systeme sehr detailliert.
Beweise beim Menschen
Eine Übersicht über Metaanalysen aus dem Jahr 2016 ergab, dass L-Arginin den systolischen und diastolischen Blutdruck bei Erwachsenen mit Bluthochdruck senkt. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass es den diastolischen Blutdruck bei Schwangeren mit Schwangerschaftshypertonie senkt.
Dennoch raten die Autoren aufgrund der Variabilität der Studien zu einer vorsichtigen Herangehensweise an die Ergebnisse.
Darüber hinaus haben einige Studien gezeigt, dass L-Arginin das Risiko einer Präeklampsie während der Schwangerschaft senkt. Präeklampsie ist eine Schwangerschaftskomplikation, die durch Bluthochdruck gekennzeichnet ist.
- In einer Studie gaben die Forscher 50 Teilnehmern ein Placebo und 50 L-Arginin. Die Placebogruppe hatte signifikant mehr Fälle von Präeklampsie als die L-Arginin-Gruppe.
- Eine systematische Überprüfung randomisierter Studien ergab, dass L-Arginin das Risiko einer Präeklampsie verringert. L-Arginin reduzierte dieses Risiko für Personen mit einem Risiko für die Entwicklung einer Präeklampsie und für Personen mit bestehender Hypertonie. Es verringerte auch das Risiko einer Frühgeburt.
Obwohl diese Ergebnisse vielversprechend sind, mahnen die Autoren zur Vorsicht. Dies liegt daran, dass die Stichprobengröße klein war und die Auswirkungen der Supplementation auf die Gesundheit von Müttern und Säuglingen unbekannt sind.
Wichtig ist, dass Arginin bei oraler Einnahme den Verdauungstrakt passieren muss. Dieser Weg ist ein ineffizienter Weg, um es an die Stellen zu bringen, an denen es Stickoxid produzieren könnte.
Darüber hinaus ist Arginin als Aminosäure Bestandteil von tierischen und pflanzlichen Proteinen, sodass es in einer ausgewogenen Ernährung in der Regel reichlich vorhanden ist.
Nahrungsquellen für L-Arginin sind:
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Sojaprotein
- Erdnüsse
- Walnüsse
- Fisch
- Getreide und Getreide
Sofern die Forscher keine eindeutigen Vorteile finden, wäre es effektiver, in eine gesunde Ernährung mit tierischen und pflanzlichen Proteinen zu investieren. Diese Vollwertkost hat einen klaren und etablierten Einfluss auf die allgemeine Gesundheit.
Mögliche Risiken
In der oben erwähnten Dachübersicht stellten einige Teilnehmer gastrointestinale Nebenwirkungen durch die Einnahme einer täglichen L-Arginin-Ergänzung fest. Zu diesen Nebenwirkungen gehörten Durchfall und Übelkeit. Allerdings war die Stichprobengröße klein. Es ist also unklar, wie stark diese Nebenwirkungen sein könnten.
Zusammenfassung
Einst ein relativ seltenes Produkt, haben L-Arginin-Ergänzungen an Popularität gewonnen. Unternehmen, die die Nahrungsergänzungsmittel herstellen, behaupten positive Wirkungen, die von einer erhöhten Muskelausdauer bis hin zu einem niedrigeren Blutdruck reichen. Es gibt jedoch nicht genügend Beweise, um diese Behauptungen zu untermauern.
Wenn Sie Bluthochdruck haben, suchen Sie möglicherweise nach ganzheitlichen Möglichkeiten, Ihren Blutdruck zu senken. Obwohl es keine ausreichenden Beweise für die Unterstützung von L-Arginin-Ergänzungen zur Behandlung von Bluthochdruck gibt, wird es wahrscheinlich auch nicht schaden.
Wie bei allen Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln sollten Sie vor der Einnahme von L-Arginin unbedingt mit Ihrem Arzt über Ihre besondere Situation sprechen.














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