Durchfall und Schmerzen im unteren Rückenbereich können gleichzeitig auftreten, da Organe im Bauchraum, im Becken, im Harnsystem und in der Wirbelsäule gemeinsame Nervenbahnen nutzen. Wenn eine Erkrankung eine dieser Strukturen betrifft, kann die Reizung oder Entzündung Schmerzen auf benachbarte Bereiche ausbreiten. Sie sollten die Ursachen kennen, damit Sie entscheiden können, wann Sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen sollten.

Erkrankungen, die Durchfall in Verbindung mit Schmerzen im unteren Rückenbereich verursachen
1. Magen-Darm-Infektionen
Bakterien, Viren oder Parasiten befallen den Darm. Häufige Erreger sind Escherichia coli, Salmonellen, Campylobacter und Noroviren.
Die Ansteckung erfolgt durch kontaminierte Lebensmittel, unsauberes Wasser, mangelnde Hygiene oder Kontakt mit infizierten Personen. Reisen, Straßenessen und unzureichend gegartes Fleisch erhöhen das Risiko.
Die Infektion reizt die Darmschleimhaut und führt zu Flüssigkeitsausscheidung, was Durchfall zur Folge hat. Der entzündete Darm reizt benachbarte Nerven und Muskeln. Diese Nervenreizung kann sich auf den unteren Rücken ausbreiten und dort dumpfe Schmerzen verursachen. Auch Dehydrierung kann zu Muskelschmerzen im Rücken führen.
Häufig treten zudem Fieber, Übelkeit und Bauchkrämpfe auf.
Diagnose: Ärzte stützen sich auf Ihre Symptome, die jüngste Ernährungsgeschichte und die körperliche Untersuchung. Stuhluntersuchungen können in schweren Fällen Bakterien oder Parasiten nachweisen.
Behandlung: Die Behandlung konzentriert sich auf Flüssigkeitszufuhr und Symptomkontrolle:
- Orale Rehydrationslösung
- Medikamente gegen Durchfall wie Loperamid (Imodium)
- Antibiotika wie Ciprofloxacin (Ciproxin) oder Azithromycin (Zithromax) in einigen bakteriellen Fällen.
2. Reizdarmsyndrom
Das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle Störung des Darms. Der Darm reagiert überempfindlich und verändert sein Bewegungsmuster.
Diese Störung steht im Zusammenhang mit einer gestörten Darm-Hirn-Interaktion, Stress, einer veränderten Darmflora und einer erhöhten Nervenempfindlichkeit.
Die Darmkrämpfe verursachen Durchfall. Dieselben Nervenbahnen, die die Darmfunktion steuern, sind auch mit den Muskeln des unteren Rückens verbunden. Diese Nervenverbindung kann zu ausstrahlenden Schmerzen im unteren Rücken führen.
Diagnose: Ärzte diagnostizieren diese Erkrankung anhand der Symptommuster und durch Ausschluss anderer Krankheiten. Blut- und Stuhluntersuchungen helfen dabei, Infektionen oder Entzündungen auszuschließen.
Die Behandlung umfasst:
- Ernährungsumstellungen wie eine kohlenhydratarme Diät
- Krampflösende Medikamente wie Mebeverin (Duspatalin)
- Medikamente gegen Durchfall wie Loperamid (Imodium)
- Stressbewältigung.
3. Nierenentzündung (Pyelonephritis)
Eine bakterielle Infektion breitet sich auf eine oder beide Nieren aus.
Die Infektion beginnt meist als Harnwegsinfektion und wandert nach oben in die Nieren. Schlechte Hygiene, Harnwegsobstruktionen und ein geschwächtes Immunsystem erhöhen das Risiko.
Die infizierte Niere verursacht Entzündungen und Schwellungen, was zu stechenden oder anhaltenden Schmerzen im unteren Rücken oder in der Flanke führt. Ihr Körper kann aufgrund der systemischen Entzündung mit Übelkeit, Erbrechen und manchmal Durchfall reagieren.
Eine Niereninfektion äußert sich häufig durch Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen beim Wasserlassen und häufigen Harndrang.
Diese Ursache ist seltener als eine Magen-Darm-Infektion.
Diagnose: Ärzte führen Urintests, Bluttests und bildgebende Untersuchungen wie Ultraschall oder Computertomographie durch.
Eine Niereninfektion wird mit Antibiotika wie Ciprofloxacin (Ciproxin) oder Amoxicillin mit Clavulansäure (Augmentin) behandelt. Schwere Fälle erfordern oft eine stationäre Behandlung und intravenöse Antibiotikagabe.
4. Entzündliche Darmerkrankungen
Chronische Entzündungen betreffen den Verdauungstrakt. Die Hauptformen sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

Zu den Ursachen für entzündliche Darmerkrankungen zählen Störungen des Immunsystems, genetische Faktoren und umweltbedingte Auslöser.
Chronische Entzündungen verursachen anhaltenden Durchfall. Die Entzündung kann sich auf die Gelenke und die Wirbelsäule, insbesondere den unteren Rücken, ausbreiten und Schmerzen verursachen.
Die Symptome entwickeln sich oft allmählich und umfassen Gewichtsverlust, Müdigkeit und Blut im Stuhl.
Zur Diagnose einer entzündlichen Darmerkrankung setzen Ärzte auf Koloskopie, Biopsie, Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren.
Die Behandlung umfasst:
- Entzündungshemmende Medikamente wie Mesalazin (Pentasa, Salofalk)
- Kortikosteroide wie Prednisolon
- Immunsuppressiva wie Azathioprin (Imurel).
5. Pankreatitis
Die Bauchspeicheldrüse entzündet sich aufgrund von Gallensteinen, Alkoholkonsum, hohen Triglyceridwerten oder bestimmten Medikamenten.
Die Entzündung stört die Verdauung und führt zu fettigem Durchfall. Die Bauchspeicheldrüse liegt tief im Bauchraum. Eine Pankreatitis verursacht oft starke Schmerzen im Oberbauch, die bis in den Rücken ausstrahlen, sowie Übelkeit und Erbrechen.
Zur Diagnose einer Pankreatitis führen Ärzte Blutuntersuchungen zur Bestimmung der Pankreasenzyme sowie bildgebende Untersuchungen durch.
Die Behandlung umfasst:
- Fasten und intravenöse Flüssigkeitszufuhr
- Schmerzlinderung mit Medikamenten wie Paracetamol (Panadol) oder stärkeren Schmerzmitteln
- Behandlung der zugrunde liegenden Ursache.
6. Erkrankungen der Wirbelsäule oder des Bewegungsapparats und begleitender Durchfall
Muskelzerrungen, Bandscheibenprobleme oder Arthritis betreffen den unteren Rücken.
Schweres Heben, schlechte Körperhaltung, Verletzungen oder Degeneration können diese Erkrankungen verursachen.
Schmerzen im unteren Rückenbereich gehen von der Wirbelsäule oder den Muskeln aus. Durchfall kann gleichzeitig aufgrund eines separaten Magen-Darm-Problems, von Stress oder von Nebenwirkungen von Medikamenten auftreten.
Diese Ursache ist häufig, tritt jedoch oft nur zufällig auf.
Zur Diagnose führen Ärzte eine körperliche Untersuchung durch und nutzen bei Bedarf bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie.
Die Behandlung umfasst:
- Schmerzmittel wie Ibuprofen (Nurofen)
- Physiotherapie
- Ruhe und Korrektur der Körperhaltung.
Was Sie tun sollten, wenn Sie Durchfall zusammen mit Schmerzen im unteren Rückenbereich haben
Beobachten Sie Ihre Symptome. Sie sollten beobachten, wie lange die Symptome anhalten, wie stark sie sind und ob neue Symptome auftreten.
Trinken Sie ausreichend Wasser. Sie sollten eine orale Rehydrationslösung oder sauberes Wasser trinken, um einer Dehydrierung vorzubeugen.
Vermeiden Sie risikobehaftete Lebensmittel. Während der Genesungsphase sollten Sie fettige, scharfe oder verdorbene Lebensmittel meiden.
Gehen Sie vorsichtig mit Medikamenten um. Bei leichten Fällen können Sie Medikamente gegen Durchfall wie Loperamid einnehmen. Sie sollten diese Medikamente nicht einnehmen, wenn Sie hohes Fieber oder Blut im Stuhl haben.
Suchen Sie bei Bedarf einen Arzt auf. Sie müssen einen Arzt aufsuchen, wenn Sie folgende Anzeichen haben:
- Hohes Fieber
- Starke oder anhaltende Rückenschmerzen
- Blut im Stuhl
- Anzeichen von Dehydrierung
- Symptome, die länger als 3–5 Tage anhalten.
Befolgen Sie den ärztlichen Rat. Sie müssen die verschriebenen Medikamente vollständig einnehmen und bei Bedarf zu Nachsorgeterminen erscheinen.



















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