Bauchschmerzen in Verbindung mit Atemnot und Müdigkeit können auf ernsthafte Erkrankungen wie Herzprobleme, Lungenerkrankungen (z. B. Lungenembolie) oder schwere Infektionen hinweisen. Diese drei Symptome können aber auch durch Anämie, Leber- oder Gallenblasenerkrankungen oder Magen-Darm-Erkrankungen verursacht werden. Da diese Symptome von verschiedenen Organsystemen ausgehen können, ist eine umgehende ärztliche Untersuchung unerlässlich, um die Ursache zu ermitteln.
Häufige Erkrankungen, die Bauchschmerzen mit Atemnot und Müdigkeit verursachen
1. Lungenembolie
Eine Lungenembolie ist ein Blutgerinnsel, das in die Blutgefäße der Lunge wandert und den Blutfluss blockiert. Die dadurch bedingte Unterbrechung der Lungendurchblutung reduziert die Sauerstoffversorgung des Körpers und erschwert das Atmen. Dies führt zu Kurzatmigkeit und schneller Erschöpfung. Manche Betroffene verspüren auch Schmerzen oder Unbehagen im Oberbauch, da Zwerchfell, unterer Brustkorb und Oberbauch mit denselben Nerven verbunden sind und Lunge und Rippenfell direkt über dem Oberbauch liegen. In schweren Fällen kann eine Lungenembolie Schwindel und einen Kollaps verursachen.

Die meisten Lungenembolien beginnen mit Blutgerinnseln in den Beinvenen. Zu den Risikofaktoren zählen längere Reisen oder längere Bettruhe, Operationen, Krebs, Schwangerschaft, hormonelle Medikamente und einige erbliche Blutgerinnungsstörungen.
Diagnose einer Lungenembolie: Zunächst beurteilen Ärzte Ihr Risiko und messen Ihre Vitalfunktionen. Zu den gängigen Untersuchungen gehören eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs, ein Bluttest (D-Dimer-Test) zur Bestimmung der Blutgerinnungsaktivität, ein Elektrokardiogramm (EKG) zur Beurteilung der Herzbelastung und eine Computertomographie-Pulmonalisangiographie (CTA) zur Darstellung von Blutgerinnseln in den Lungenarterien. Manchmal wird auch eine Ultraschalluntersuchung der Beinvenen durchgeführt, um das ursprüngliche Blutgerinnsel zu lokalisieren. Bei instabilem Zustand kann die Behandlung bereits während der Diagnostik begonnen werden.
Behandlung: Die meisten Lungenembolien werden mit blutverdünnenden Medikamenten behandelt, um die Bildung weiterer Blutgerinnsel zu verhindern. Bei sehr großen oder lebensbedrohlichen Gerinnseln kann der Arzt gerinnselauflösende Medikamente einsetzen oder das Gerinnsel operativ entfernen. Zusätzlich wird die zugrunde liegende Ursache gesucht und behandelt. Bei niedrigem Sauerstoffgehalt im Blut wird Sauerstoff verabreicht.
2. Akutes Koronarsyndrom (Herzinfarkt und instabile Angina pectoris)
Ein akutes Koronarsyndrom tritt auf, wenn die Blutversorgung eines Teils des Herzmuskels plötzlich abnimmt, typischerweise aufgrund einer Verengung oder eines Blutgerinnsels in einer Koronararterie. Viele Betroffene verspüren Brustschmerzen, Atemnot und Müdigkeit. Manche haben Schmerzen, die in den Oberbauch ausstrahlen oder sich wie Verdauungsstörungen anfühlen. Da der Herzmuskel Sauerstoff zum Funktionieren benötigt, führt die verminderte Durchblutung zu Müdigkeit und Atembeschwerden.

Eine Koronararterie verengt sich durch Ablagerungen (Plaques), und ein plötzlicher Plaqueabriss mit anschließender Blutgerinnselbildung blockiert den Blutfluss. Zu den Risikofaktoren zählen Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes, hoher Cholesterinspiegel, höheres Alter und eine familiäre Vorbelastung mit frühzeitigen Herzerkrankungen.
Diagnose: Ärzte erheben die Krankengeschichte und messen die Vitalfunktionen. Wichtige Untersuchungen sind ein Elektrokardiogramm (EKG), um Veränderungen festzustellen, die auf eine Herzmuskelschädigung hindeuten, sowie Bluttests zur Messung von Proteinen, die vom geschädigten Herzmuskel freigesetzt werden. Ärzte veranlassen außerdem eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs und können bei Verdacht auf einen Herzinfarkt eine Koronarbildgebung oder eine invasive Koronarangiografie durchführen. Eine schnelle Diagnose ist wichtig, da eine frühzeitige Behandlung die Heilungschancen verbessert.
Behandlung: Wird ein Herzinfarkt diagnostiziert, verabreichen Ärzte Medikamente, um das Blut zu verdünnen und das Blutgerinnselwachstum zu hemmen, Schmerzen zu lindern und die Durchblutung wiederherzustellen. Zur Wiederherstellung der Durchblutung können dringende Eingriffe an den Koronararterien erforderlich sein, um die Arterie zu öffnen und einen Stent einzusetzen. Ärzte behandeln außerdem eine Herzinsuffizienz oder einen niedrigen Blutdruck, die manchmal mit einem schweren Herzinfarkt einhergehen.
3. Unterlappenpneumonie und Lungenentzündung im Zusammenhang mit einer abdominalen Infektion
Eine Infektion im unteren Lungenbereich kann das Zwerchfell reizen und Schmerzen im Oberbauch verursachen. Die Infektion erschwert das Atmen und führt zu Müdigkeit. Auch Infektionen unterhalb des Zwerchfells, wie beispielsweise ein subphrenischer Abszess, können die Lungenoberfläche entzünden und dieselben Symptome hervorrufen.
Bakterien, Viren oder seltener Pilze verursachen Lungen- oder subdiaphragmatische Infektionen. Aspiration von Mageninhalt, ein geschwächtes Immunsystem oder die Ausbreitung einer Infektion vom Bauchraum führen zu einer Infektion der Unterlappen der Lunge.
4. Akute Pankreatitis
Eine akute Pankreatitis ist eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die starke Oberbauchschmerzen verursacht. Die Entzündungsreaktion kann die Lunge betreffen und in schweren Fällen zu Atemnot, Pleuraerguss oder einem stark verminderten Sauerstoffgehalt im Blut führen. Zudem verursacht diese Erkrankung ausgeprägte Müdigkeit.
Die häufigsten Ursachen einer akuten Pankreatitis sind Gallensteine, die den Gallengang verstopfen, und übermäßiger Alkoholkonsum. Auch bestimmte Medikamente, hohe Blutfettwerte, medizinische Eingriffe, Infektionen und Verletzungen können eine Pankreatitis auslösen.
5. Diabetische Ketoazidose (extrem hoher Blutzucker mit Säurebildung)
Die diabetische Ketoazidose ist ein metabolischer Notfall, bei dem ein Insulinmangel zu einem hohen Blutzuckerspiegel und der Bildung von Säuremolekülen führt. Betroffene leiden unter Bauchschmerzen, schneller, tiefer Atmung (der Körper versucht, die Säure auszuscheiden) und Müdigkeit. Das Atemmuster ist oft auffällig, da die Betroffenen tief und schnell atmen, um dies auszugleichen.
Ursache: Ein Mangel an Insulin aufgrund einer versäumten Insulinbehandlung, neu aufgetretenem Diabetes, Infektionen, schwerer Erkrankungen oder bestimmter Medikamente kann eine diabetische Ketoazidose auslösen.
Diagnose: Ärzte untersuchen den Blutzucker, die Ketonkörper im Blut oder Urin, führen eine Blutgasanalyse durch, um den Säure-Basen-Haushalt zu bestimmen, und überprüfen die Elektrolyte, da ein niedriger Kaliumspiegel und andere Elektrolytstörungen häufig vorkommen. Zudem suchen Ärzte nach der Ursache, beispielsweise einer Infektion.
Behandlung: Bei diabetischer Ketoazidose erfolgt die Behandlung durch stationäre Aufnahme, intravenöse Flüssigkeitszufuhr, Insulininfusion und sorgfältigen Elektrolytausgleich. Ärzte suchen und behandeln zudem die auslösende Ursache. Bei umgehender Behandlung erholen sich die meisten Betroffenen, unbehandelt kann die Ketoazidose jedoch lebensbedrohlich werden.
6. Intraabdominale Sepsis und Peritonitis (z. B. perforiertes Ulkus, Appendizitis mit Ausbreitung, abdominaler Abszess)
Wenn ein Organ im Bauchraum infiziert wird und sich die Infektion in der Bauchhöhle ausbreitet, spricht man von einer Peritonitis oder intraabdominellen Sepsis. Die starke Entzündung, Fieber und Flüssigkeitsverschiebungen verursachen Müdigkeit und mitunter beschleunigte Atmung. Eine sehr starke Entzündungsreaktion kann die Lunge betreffen und Atemnot hervorrufen. Peritonitis verursacht direkt starke Bauchschmerzen.
Ursache: Eine Darmperforation, ein Blinddarmdurchbruch, eine Gallenblasenentzündung oder eine andere intraabdominelle Infektion können eine Peritonitis verursachen. Auch eine Leckage nach einer Bauchoperation oder einem Trauma kann dazu führen.
7. Herzinsuffizienz mit Leberstauung und Bauchbeschwerden
Wenn das Herz nicht mehr ausreichend Blut pumpen kann, staut sich Flüssigkeit in den Venen und sammelt sich in der Leber und im Bauchraum. Dies führt zu Völlegefühl, Unwohlsein oder Schmerzen durch eine vergrößerte, gestaute Leber und durch Aszites. Herzinsuffizienz verursacht außerdem Atemnot und Müdigkeit, da das Herz nicht genügend sauerstoffreiches Blut pumpen kann, um den Bedarf des Körpers zu decken.
Langjähriger Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Herzklappenerkrankungen oder Herzmuskelerkrankungen können zu Herzinsuffizienz führen.
Diagnose: Ärzte führen eine körperliche Untersuchung durch, Bluttests einschließlich der Bestimmung des natriuretischen Peptidspiegels, eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs, eine Echokardiographie zur Beurteilung der Herzfunktion und eine Bildgebung des Abdomens, wenn der Verdacht auf Aszites oder Leberstauung besteht.
Behandlung: Ärzte behandeln Herzinsuffizienz mit Medikamenten, die die Flüssigkeitsansammlung im Körper reduzieren und die Belastung des Herzens verringern. Bei manchen Patienten werden auch implantierbare Geräte eingesetzt und der Lebensstil angepasst. Bei starker Aszites kann die Flüssigkeit punktiert oder die Ursache gezielt behandelt werden. Die Behandlung der Herzinsuffizienz führt in der Regel zu einer Besserung von Atemnot und Müdigkeit.
8. Erhebliche gastrointestinale Blutung, die zu einer Anämie führt
Starke oder anhaltende Blutungen aus Magen, Dünndarm oder Dickdarm können zu Eisenmangel und einem Mangel an roten Blutkörperchen führen. Ein Mangel an roten Blutkörperchen verringert die Sauerstoffversorgung des Gewebes. Daher fühlen Sie sich bei Belastung müde und kurzatmig. Bauchschmerzen können durch die zugrunde liegende Ursache der Blutung bedingt sein, wie beispielsweise ein Magengeschwür oder eine Divertikulitis.
Zu den Ursachen zählen blutende Magengeschwüre, Gastritis, Blutungen im Dickdarm (einschließlich Divertikulose oder Darmkrebs) sowie Gefäßläsionen. Nichtsteroidale Antirheumatika und einige andere Medikamente erhöhen das Blutungsrisiko.
9. Pneumothorax (Lungenkollaps)
Ein Pneumothorax entsteht, wenn Luft in den Raum zwischen Lunge und Brustwand gelangt und die Lunge teilweise kollabiert. Typische Symptome sind plötzliche Atemnot und stechende Schmerzen in der Brust. Manche Betroffene verspüren auch Schmerzen im Oberbauch oder Epigastrium. Zudem fühlen sie sich aufgrund der erhöhten Atemarbeit erschöpft.

Ursache: Ein Pneumothorax kann spontan, nach einem Brustkorbtrauma oder nach Eingriffen, die die Lunge verletzen, auftreten. Eine vorbestehende Lungenerkrankung erhöht das Risiko.
Diagnose: Zur Bestätigung der Diagnose wird eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs oder eine Computertomographie durchgeführt. Bei der klinischen Untersuchung sind häufig abgeschwächte Atemgeräusche auf der betroffenen Seite zu hören.
Behandlung: Kleine Pneumothoraces erfordern unter Umständen nur Beobachtung und Sauerstoffgabe. Große oder Spannungspneumothoraces müssen mittels Nadel oder Thoraxdrainage drainiert werden, manchmal ist auch ein chirurgischer Eingriff notwendig.
Bei neu aufgetretener, sich verschlimmernder oder starker Atemnot in Verbindung mit Bauchschmerzen und Müdigkeit sollten Sie sich umgehend ärztlich untersuchen lassen.

















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