Ergebnisse klinischer Studien zeigen, dass eine elektrische Stimulation des Rückenmarks die Armfunktion bei Menschen verbessern könnte, die einen Schlaganfall erlitten haben.

Laut einer in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlichten Studie verzeichneten sieben Schlaganfallpatienten mit schwerer Muskelschwäche nach einer Rückenmarksstimulation (SCS) eine durchschnittliche Steigerung ihrer Armkraft um 32 %.
Außerdem zeigten sie eine verbesserte Beweglichkeit der Arme und weniger abnormale Muskelsteifigkeit, so die Forscher.
Die Ergebnisse zeigten, dass diese Patienten diese Vorteile bereits nach einer relativ kurzen Therapiezeit erzielten – weniger als neun Stunden bewegungsbasiertes Training über vier Wochen.
„Dieser Ansatz soll Menschen schnell dabei helfen, ihre Arme besser zu bewegen, selbst einige Jahre nach einem Schlaganfall“, sagte Co-Seniorautor Marco Capogrosso in einer Pressemitteilung. Er ist Direktor des Labors für Rückenmarksstimulation bei Rehab Neural Engineering Labs an der University of Pittsburgh.
Die neue Therapie wird mittels zervikaler epiduraler SCS durchgeführt, bei der dünne Elektroden entlang des Rückenmarks in den Nacken des Patienten implantiert werden, so die Forscher.
Die Stimulation sendet elektrische Impulse an die Nervenfasern im Rückenmark, um die Kommunikation zwischen Gehirn und Muskeln zu verbessern.
Während des vierwöchigen Studienzeitraums stellten alle sieben Teilnehmer bei aktiver Stimulation sofortige Kraftverbesserungen fest, so die Forscher. Außerdem wiesen sie weniger Muskelsteifheit auf, die durch durch einen Schlaganfall geschädigte Nerven verursacht wurde.
Allerdings hingen dauerhafte Vorteile von der fortgesetzten Anwendung der Stimulation ab. Die motorischen Funktionen verschlechterten sich, nachdem die Patienten die Stimulation nicht mehr erhielten.
„Die Stimulation wirkt hauptsächlich als unterstützende Technologie – wenn sie eingesetzt wird, können sich die Menschen besser bewegen“, sagte Capogrosso. „Durch die Stimulation des Rückenmarks können wir die verbleibenden Verbindungen zwischen Gehirn und Rückenmark sofort effizienter arbeiten lassen, was eine bessere Bewegung ermöglicht.“
Die Forscher rekrutieren derzeit Teilnehmer für eine erweiterte klinische Studie, um die Auswirkungen einer längerfristigen SCS zu bewerten.
„Diese Studie ist der Abschluss unserer ersten Machbarkeitsphase und ein wichtiger Schritt in Richtung einer klinischen Anwendung in der Praxis“, sagte Capogrosso. „Unser Ziel ist es, eine Technologie zu entwickeln, die letztendlich im Alltag und nicht nur in der Klinik eingesetzt werden kann. Diese Ergebnisse geben uns die Zuversicht, dass die Rückenmarksstimulation eine praktische, implantierbare Option werden könnte, um Schlaganfallpatienten dabei zu helfen, ihre Arme zu benutzen.“
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