Wenn das Thema Nebenwirkungen einer Chemotherapie auftaucht, denken wir oft an Haarausfall, Gewichtsverlust und daran, wie krank wir uns durch die Medikamente fühlen könnten. Woran wir nicht oft denken, ist Sex.
Vielleicht liegt das daran, dass „Krebs“ und „Sex“ zwei Wörter sind, die sich scheinbar gegenseitig aufheben, wenn man sie zusammensetzt. Und Sex ist meistens das Letzte, was einem bei einer Krebsdiagnose in den Sinn kommt.
Aber die einfache Tatsache ist: Intimität ist wichtig, wenn man eine Krebsbehandlung durchmacht. Sex und enger intimer Kontakt fördern bekanntlich das Wohlbefinden und bringen Sie Ihrem Partner näher, wenn die Behandlung schwierig wird. Aus diesem Grund ist es wichtig, sowohl die direkten als auch die indirekten Auswirkungen einer Chemotherapie auf Ihr Sexualleben zu verstehen, unabhängig davon, ob Sie 17 oder 70 Jahre alt sind.
Geschlecht und Infektionsrisiko
Menschen fragen oft ihren Arzt, wann der richtige Zeitpunkt ist, um Sex mit ihrem Partner zu haben oder wieder aufzunehmen. Für die meisten, die sich einer Chemotherapie unterziehen, ist Sex nicht nur medizinisch erlaubt, sondern wird auch ermutigt.
In anderen Fällen ist das Gegenteil der Fall. Bei Patienten, die sich einer Chemotherapie unterziehen, besteht häufig das Risiko, eine Neutropenie zu entwickeln, eine Nebenwirkung der Behandlung, die zu einer niedrigen Anzahl weißer Blutkörperchen führt. Diese Zellen sind wichtig, um Infektionen abzuwehren, und ohne sie sind wir anfällig für Krankheiten, die ansonsten harmlos wären.
Und hier kann Sex zum Problem werden. Ob vaginal, anal oder oral, jede dieser Aktivitäten hat das Potenzial, eine Infektion zu übertragen. Während Kondome normalerweise Schutz bieten können, ist es wichtig, mit Ihrem Arzt zu sprechen, um eine fundierte Entscheidung basierend auf Ihrem aktuellen Gesundheitszustand und eventuellen Risikofaktoren zu treffen.
Wenn Ihr Immunsystem stark geschwächt ist, kann sexuelle Abstinenz die einzige sichere Möglichkeit sein, Infektionen zu vermeiden.
Chemo und Schwangerschaft
Es ist wichtig, während einer Chemotherapie, die mutagen sein und Geburtsfehler verursachen kann, immer Verhütungsmittel zu verwenden. Sowohl Männer als auch Frauen sollten während der Chemotherapie vor einer Schwangerschaft schützen.
Nebenwirkungen der Chemotherapie
Eine Chemotherapie kann Ihr Sexualleben beeinträchtigen, indem sie entweder die sexuelle Funktion einer Person beeinträchtigt oder zu Infektionen führt, die den Sex beeinträchtigen können.
Einige der häufigsten Beschwerden:
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Sowohl bei Männern als auch bei Frauen, die sich einer Behandlung unterziehen, ist mit einem Libidoverlust zu rechnen. Bei einer Chemotherapie fühlen Sie sich oft erschöpft, haben wenig Zeit oder Lust auf Sex. Diese Gefühle werden nur verstärkt, wenn sich eine Person depressiv fühlt oder Dinge wie Haarausfall oder Gewichtsverlust erlebt.
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Erektile Dysfunktion (ED) ist ein Zustand, bei dem ein Mann keine Erektion erreichen oder aufrechterhalten kann. Einige Chemotherapeutika sind dafür bekannt, ED zu verursachen. Doch selbst mit Medikamenten wie Viagra und Cialis fällt es vielen Männern immer noch schwer, eine Erektion zu bekommen, wenn sie dem Stress und der Angst einer Krebstherapie ausgesetzt sind
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Während der Chemo kann auch vaginale Trockenheit auftreten, die aufgrund des Mangels an natürlicher Vaginalschmierung Schmerzen und Reizungen verursacht. Während Gleitmittel auf Wasserbasis wie KY Jelly definitiv helfen können, ist es immer eine gute Idee, mit Ihrem Arzt zu sprechen, um sicherzustellen, dass jedes rezeptfreie Produkt sicher ist und keine Reizungen verursacht.
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Vaginalinfektionen treten häufig bei Frauen auf, die sich einer Chemotherapie unterziehen, insbesondere bei Frauen, die Antibiotika oder Steroide einnehmen. Die Infektionen können Schmerzen, Brennen und Reizungen der Vagina verursachen, oft begleitet von einem weißen Scheidenausfluss. Es wird generell empfohlen, Sex zu vermeiden, bis die Infektion vollständig abgeklungen ist.
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Genitalwarzen oder Herpesschübe können ebenfalls ein echtes Problem sein. Da die Chemotherapie das Immunsystem unterdrückt, können Viren wie das humane Papillomavirus (HPV) und das Herpes-simplex-Virus (HSV) dort gedeihen, wo sie sonst unter Kontrolle gehalten werden könnten. Tatsächlich können einige Menschen, die noch nie einen Ausbruch hatten, nach Beginn der Behandlung plötzlich mit einem Ausbruch konfrontiert werden.
Wie zu bewältigen
Die gute Nachricht ist, dass die meisten sexuellen Nebenwirkungen der Chemotherapie nach Abschluss der Therapie verschwinden. Die Symptome können von Person zu Person variieren, wobei einige besonders hart getroffen werden, während andere nur minimale Auswirkungen haben.
Das Wichtigste ist, dass das Fehlen von Sex nicht das Fehlen von Intimität bedeutet. Selbst wenn Sie keine Erektion erreichen oder keinen Geschlechtsverkehr ertragen können, können intime Berührungen und Streicheleinheiten sowohl Ihre Einstellung als auch Ihr Selbstwertgefühl stärken.
Wenn Sie Probleme mit der sexuellen Funktion haben, sei es emotional oder körperlich, scheuen Sie sich nicht, diese Ihrem Partner und Ihrem Arzt mitzuteilen. Kommunikation ist immer der Schlüssel, um sowohl mit sich selbst als auch mit denen, die Ihnen helfen können, in Verbindung zu bleiben.














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