Metoclopramid (Primperan) ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das seit Jahrzehnten zur Behandlung von Übelkeit, Erbrechen und bestimmten Verdauungsstörungen eingesetzt wird. Ärzte verschreiben Metoclopramid häufig nach Operationen, bei Migräneanfällen oder zur Behandlung von Übelkeit, die durch Medikamente wie beispielsweise eine Chemotherapie verursacht wird. Metoclopramid hilft außerdem bei der Linderung der Symptome einer verzögerten Magenentleerung (Gastroparese), insbesondere bei Menschen mit Diabetes. Bei sachgemäßer Anwendung und über einen begrenzten Zeitraum ist Metoclopramid ein wirksames Medikament, das die Magenentleerung verbessert und Übelkeit lindert.
Metoclopramid wird auch unter den Handelsnamen Primperan, Reglan, Gimoti oder Maxolon vertrieben.
Metoclopramid gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als Dopaminrezeptorantagonisten bezeichnet werden. Dieses Medikament ist als Tabletten, Lösung zum Einnehmen, Schmelztabletten und Injektionen erhältlich.

Wirkmechanismus des Medikaments Metoclopramid (Primperan)
Metoclopramid blockiert hauptsächlich Dopamin-D2-Rezeptoren sowohl im Gehirn als auch im Magen-Darm-Trakt.
Mehrere Mechanismen tragen zu seiner therapeutischen Wirkung bei:
- Die Blockade von Dopaminrezeptoren in der Chemorezeptor-Triggerzone des Gehirns reduziert Übelkeit und Erbrechen.
- Die Blockade von Dopaminrezeptoren im Verdauungstrakt erhöht die Freisetzung von Acetylcholin. Erhöhtes Acetylcholin verstärkt die Kontraktionen der Magenmuskulatur. Stärkere Magenkontraktionen beschleunigen die Magenentleerung.
- Ein erhöhter Tonus des unteren Ösophagussphinkters verringert bei manchen Menschen den Säurereflux.
Leider tragen Dopaminrezeptoren auch zur Regulierung normaler Bewegungsabläufe, der Stimmung, der Hormonausschüttung und der Wachsamkeit bei. Die Blockade von Dopaminrezeptoren außerhalb des Verdauungstrakts ist der Grund für viele der mit Metoclopramid verbundenen Nebenwirkungen.
Nebenwirkungen des Medikaments Metoclopramid (Primperan)
Zu den Nebenwirkungen von Metoclopramid (Primperan) gehören:
- Schläfrigkeit
- Müdigkeit
- Schwäche
- Schwindel
- Unruhe (Akathisie)
- Kopfschmerzen
- Durchfall
- Übelkeit
- Mundtrockenheit
- Schlaflosigkeit
- Angstzustände
- Depression
- Akute dystonische Reaktionen
- Parkinsonismus
- Tardive Dyskinesie
- Erhöhte Prolaktinwerte (Hyperprolaktinämie)
- Brustvergrößerung
- Milchbildung ohne Stillen (Galaktorrhoe)
- Menstruationsstörungen
- Sexuelle Funktionsstörungen
- Verwirrtheit
- Halluzinationen
- Krampfanfälle (selten)
- Malignes neuroleptisches Syndrom (sehr selten, aber lebensbedrohlich)
- Blutdruckschwankungen
- Langsamer Herzschlag oder Herzrhythmusstörungen (selten)
- Allergische Reaktionen.
Im Folgenden erläutern wir die Nebenwirkungen und geben Ihnen Tipps, wie Sie diese vermeiden oder lindern können.

1. Schläfrigkeit und Müdigkeit
Schläfrigkeit ist die häufigste Nebenwirkung von Metoclopramid (Primperan).
Dopamin spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung von Wachheit und Aufmerksamkeit. Wenn Metoclopramid die Dopaminrezeptoren im Zentralnervensystem blockiert, wird die Gehirnaktivität, die die Aufmerksamkeit fördert, abgeschwächt. Bei manchen Menschen tritt zudem eine leichte Sedierung auf, da Metoclopramid indirekt andere Neurotransmittersysteme beeinflusst.
Etwa 15 % der Menschen, die Metoclopramid einnehmen, fühlen sich schläfrig; etwa 8 % verspüren Müdigkeit und Schwäche.
2. Schwindel
Manche Menschen verspüren nach der Einnahme von Metoclopramid (Primperan) Schwindel.
Gründe hierfür können eine leichte Sedierung, Blutdruckschwankungen und Auswirkungen auf die Gehirnbahnen sein, die das Gleichgewicht koordinieren.
3. Unruhe (Akathisie)
Die Blockade von Dopaminrezeptoren in den Basalganglien stört die normale Bewegungssteuerung. Die Folge ist ein Drang, sich zu bewegen.
Akathisie tritt bei etwa 15 % der Patienten auf, die intravenös Metoclopramid erhalten, insbesondere wenn dieses Arzneimittel schnell verabreicht wird. Metoclopramid in oraler Form verursacht Akathisie seltener.
4. Akute dystonische Reaktionen
Akute dystonische Reaktionen äußern sich in plötzlichen Muskelkrämpfen im Nacken, Kiefer, an den Augen, im Gesicht oder am Rücken.
Dopamin gleicht normalerweise die Acetylcholin-Aktivität in den Bewegungszentren des Gehirns aus. Eine Dopaminblockade führt zu einer übermäßigen cholinergen Aktivität, was zu unwillkürlichen Muskelkontraktionen führt.
Diese Nebenwirkung tritt selten auf.
5. Parkinsonismus
Metoclopramid kann Symptome hervorrufen, die der Parkinson-Krankheit ähneln.
Ein Dopaminmangel in den Basalganglien beeinträchtigt die flüssige Bewegung und verursacht Zittern, Muskelsteifheit, verlangsamte Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen.
Ein medikamenteninduzierter Parkinsonismus tritt bei etwa 3 % der Anwender auf, insbesondere bei älteren Erwachsenen und Personen, die das Medikament über einen längeren Zeitraum einnehmen.
6. Tardive Dyskinesie
Die tardive Dyskinesie ist die schwerwiegendste langfristige neurologische Komplikation im Zusammenhang mit der Einnahme von Metoclopramid (Primperan).
Eine langfristige Blockade der Dopaminrezeptoren führt dazu, dass die Gehirnzellen zunehmend empfindlicher auf Dopamin reagieren. Das daraus resultierende Ungleichgewicht führt schließlich zu wiederholten unwillkürlichen Bewegungen, insbesondere im Bereich von Mund, Zunge, Lippen und Gesicht.
Diese Nebenwirkung tritt selten auf.
7. Durchfall
Durchfall ist eine weitere häufige gastrointestinale Nebenwirkung, die bei etwa 6 % der Anwender auftritt.
Metoclopramid regt die Darmbewegung an. Durch die schnellere Passage durch den Darm bleibt weniger Zeit für die Wasseraufnahme, was zu weichem Stuhl führt.
8. Kopfschmerzen
Etwa 5 % der Menschen, die Metoclopramid (Primperan) einnehmen, leiden unter Kopfschmerzen.
Veränderungen in der Dopamin-Signalübertragung und in der Regulation der Blutgefäße im Gehirn können zur Entstehung von Kopfschmerzen beitragen.
Sie sollten ausreichend Wasser trinken und für ausreichend Schlaf sorgen. Wenn die Kopfschmerzen störend werden, fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie ein Schmerzmittel einnehmen dürfen.
9. Depressionen und Stimmungsschwankungen
Bei einigen Patienten treten depressive Verstimmungen, Angstzustände oder emotionale Veränderungen auf.
Dopamin trägt zur Motivation, zum Lustempfinden und zur Regulierung von Emotionen bei. Eine Dopaminblockade kann die Stimmung verschlechtern.
Diese Nebenwirkung tritt selten auf.
10. Erhöhte Prolaktinwerte
Metoclopramid erhöht häufig die Prolaktinausschüttung.
Dopamin unterdrückt normalerweise die Prolaktinfreisetzung aus der Hypophyse. Eine Dopaminblockade hebt diese Hemmung auf, wodurch der Prolaktinspiegel ansteigen kann.
Wenn Sie Symptome wie Brustvergrößerung, Ausfluss aus den Brustwarzen, Veränderungen des Menstruationszyklus oder sexuelle Funktionsstörungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt.
Bei Langzeitanwendern der Medikamente kann bei Auftreten von Symptomen eine Hormonuntersuchung erforderlich sein.
11. Malignes neuroleptisches Syndrom
Das maligne neuroleptische Syndrom ist ein äußerst seltener medizinischer Notfall.
Eine starke Dopaminblockade stört die Temperaturregulation und die Muskelkontrolle.
Dieses Syndrom tritt sehr selten auf.

Wer sollte das Medikament Metoclopramid (Primperan) nicht einnehmen? Welche alternativen Medikamente gibt es?
Metoclopramid sollte bei bestimmten Personengruppen vermieden oder nur mit äußerster Vorsicht angewendet werden.
1. Personen mit Tardive-Dyskinesie in der Anamnese
Eine zusätzliche Dopaminblockade kann die Bewegungsstörungen dauerhaft verschlimmern.
Für diese Personen kommen als alternative Medikamente Ondansetron oder andere Serotonin-(5-HT3)-Rezeptorantagonisten zur Behandlung von Übelkeit in Frage, da diese Arzneimittel die Dopaminrezeptoren nicht blockieren.
2. Menschen mit Parkinson-Krankheit
Metoclopramid kann die Parkinson-Symptome erheblich verschlimmern, indem es die Dopaminaktivität weiter verringert.
Für diese Patienten wird häufig Domperidon gewählt, da dieses Medikament in wesentlich geringerem Maße ins Gehirn gelangt. Auch Ondansetron kann bei bestimmten Indikationen geeignet sein.
3. Menschen mit Epilepsie
Metoclopramid kann die Anfallsschwelle senken.
Alternative Medikamente: Je nach klinischer Situation können Ondansetron oder andere Antiemetika gewählt werden, die das Anfallsrisiko weniger beeinflussen.
4. Menschen mit gastrointestinalen Blutungen, Obstruktionen oder Perforationen
Die Anregung der Darmbewegung kann diese medizinischen Notfälle verschlimmern.
5. Menschen mit einem Phäochromozytom
Metoclopramid kann eine gefährliche Katecholaminfreisetzung auslösen, die zu schwerer Hypertonie führt.
Alternative Medikamente: In der Regel werden Antiemetika ohne dieses Risiko, wie beispielsweise Ondansetron, gewählt.
6. Personen mit früheren schweren Reaktionen auf Metoclopramid
Personen, bei denen bereits Dystonie, das maligne neuroleptische Syndrom oder schwere allergische Reaktionen aufgetreten sind, sollten die Einnahme von Metoclopramid vermeiden.












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